27 Dezember 2005

Gelesen: The Rebel Sell



Über Weihnachten hab ich nun auch endlich "The Rebel Sell" zu Ende gelesen.
Ein sehr interessantes Buch über die sogenannte Counterculture, also die Anti-Globalisierungs und Anti-Konsumbewegungen und wie sie im Prinzip den Marktmechanismus, den sei eiegtnlich abschaffen wollen durch ihre Lebwensweise noch verstärken. Ganz einfach, weil sie durch ihre quasi schon exzentrische alternative Lebensweise immer wieder neue Bedürfnisse erschaffen, die vom Massenpublikum auf der ständigen Suche nach etwas mehr Individualität aufgegriffen werden und so ständig neue Märkte geschaffen werden.

Die gesamte Grundthese des Buches basiert im Prinzip auf dem klassischen Gefangenendilemma der Spieltheorie.
Auf englisch streckenweise schwer zu lesen, aber definitiv lesenswert.

Interessante Details:
1. Die meisten Kinder in den westlichen Gesellschaften haben mit 10 Jahren mehr Regeln internalisiert, als ein Erwachsener vor 500 Jahren.
2. Die Tatsache, dass Menschen öfter nicht kooperieren, zeigt deutlich, dass unsere anti-sozialen und agressiven Verhaltensweisen extrem stabil sind.
3. Menschen in westlichen Gesellschaften sind glückliher, als in Entwicklungsländern. Allerdings erreicht die Glücklichkeitsschwelle relativ schnell einen Maximalwert, so dass jede weitere Steigerung des Bruttosozialprodukts keine nenneswerte Steigerung des Glücklichseins zur Folge hat. (siehe auch: The Paradox of choice)
4. Knappheit ist immer in relation zum Gegenstand zu sehen. Materielle Güter, die durch Arbeit produziert werden können sind nicht wirklich knapp. "Positional goods" hingegen sind intrinsisch knapp, weil wir nicht mehr von ihnen prodzieren können, selbst wenn wir es wollten (z.B. Grundstücke). Oftmals haben Güter aber beide Eigenschaften. Nur in einem unterschiedlichen Verhältnis.
5. Selbst Güter die produziert werden können sind teilweise intrinsisch kanpp, weil wir sie benutzen, um uns von anderen zu unterscheiden. Bsp.: Sportwagen.
6. Der Durschnittsmensch sieht am Tag schätzungsweise ca. 700 bis 3000 Werbebotschaften. Trotzdem ist bisher niemand sicher wie effektiv Werbung wirklich ist.
7. Der durschnittliche Supermarkt in den USA hatte 1970 ca. 8000 Produkte in den regalen. Heute sind es ca. 30.000.

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