10 Mai 2006

Das neue Fernsehkonzept


Das amerikanische Fernsehnetwork ABC hat eine neues Fernsehkonzept bzw. einen neuen Distributionskanal für seine Hitshows LOST, Desperate Housewives und Alias. Seit geraumer Zeit kann man die einzelne folgen der Shows einen Tag nach der offiziellen Ausstrahlung im Fernsehen auch über iTunes werbefrei(!!!!) für seinen iPod kaufen (sofern man eine amerikanische IP Adresse verwendet).
Und nun kann man die Folgen auch im Internet ansehen. Auf der offziellen ABC Seite werden die Folgen jeweils 24 Stunden nach Ausstrahlung gestreamt. Auch hier braucht man eine amerikanische IP, aber wozu gibt es den Proxies?
Ich habe mir das ganze mal testweise angesehen. Für das kostenlose Streaming muss man allerdings mit drei kurzen Werbeunterbrechungen vorlieb nehmen. Nichts wildes nur drei kurze Spots nach jeweils 10 Minuten. Ärgerlich ist nur, dass man jedes mal auf weiter klicken muss wenn der Spot zu Ende ist. Aber so kann man wenigestens davon ausgehen, dass man das Logo des Sponsors auf jeden Fall zur Kenntnis nimmt. Die Qualität ist ganz passabel. Ich würde mal sagen VCD Format. Allerdings nicht bildschirmfüllend. Ich habe meinen Laptop an meinen Fernseher angeschlossen und die Auflösung des Monitors auf 800x600 reduziert, so dass ich fast ein bildschirmfüllendes Format hatte.
Ein paar Aussetzer gab es auch noch, aber das scheinen mir Kinderkrankheiten zu sein.
Grundsätzlich halte ich dieses Konzept für wirklich zukunftsträchtig. Ich schaue schon lange kein klassisches Fernsehprogramm mehr, sondern stelle mir mein Programm mittels eines digitalen Videorekorders zusammen. Ich sehe mir meine Lieblingssendungen an wenn ich will und lasse mich nicht zum Sklaven der Programmplaner machen. Blöd ist allerdings wenn man mal vergisst die Sendung zu programmieren oder die Festplatte voll ist. Und mit dem Streamingansatz von ABC ist das nun auch egal. Ich kann mich einfach abends vor den fernseher setzen und mit ein paar Klicks ganz offiziell mein Lieblingsprogramm ansehen. Dafür nehme ich auch gerne die Werbung in Kauf. Schön wäre noch, wenn ich mir meinen Sponsor aussuchen könnte. Das würde dann auch zu mehr Wettberwerb (und damit hoffentlich Kreativität) in der Werbeindustrie führen. Wenn sich rausstellt, dass Adidas als Sponsor eher akzeptiert oder gewünscht wird als Nike, sollten sich die Agenturen schleunigst Gedanken machen.
Aber bis dahin ist es wahrscheinlich noch ein langer Weg.

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