18 Juni 2006

Gelesen: Das Buch der verrückten Experimente


Das Buch der verrückten Experimente ist ein wirklich interessantes Buch, dass einen interessanten Überblick über die teilweise wahnwitzigsten Experimente der letzten Jahrhunderte gibt. Es eigent sich auch besonders als nette Lektüre zwischendurch, denn die Experimente sind meistens nicht auf mehr als zwei bis drei Seiten beschrieben.
Einige Experimente wie die Skinner Box, das Stanford Prison Experiment oder die unterschwelligen Botschaften von James Vicary, dass Vance Packard zu seinem Buch Die geheimen Verführer inspiriert hat, kennt man schon. Trotzdem ist es gerade deswegen aber auch ein nettes Nachschlagewerk.
Am interessantesten fand ich ein Experiment von 1926 bei dem unterschiedlichsten Personen drei kleine Pappschachteln, jeweils gefüllt mit Reißnägeln, einer kleinen Kerze und Streichhölzern gezeigt wurden. Aufgabe war es die drei Kerzen in Augenhöhe an einer Tür zu befestigen. In diesem Experiment liegt nämlich die Definition von Kreativität verborgen. Um die Aufgabe zu lösen muss man die Funktion der Schachteln von Behältern zu Ständern umdeuten, um dann auf die Idee zu kommen, diese einfach mit den Reißnägeln an der Tür zu befestigen und die Kerze draufzustellen. Die Streichhölzer konnte bzw. musste man ignorieren.
Kreativität ist also die Kunst sich von seiner funktionalen Fixiertheit (so nennen das Psychologen) zu lösen und einer Sache eine Funktion zuzuweisen für die sie eigentlich nicht gedacht war. Und ich würde jetzt als Planner noch hinzufügen: Und überflüssige Informationen (in diesem fall die Streichhözer) zu ignorieren.

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