06 Juni 2006

Zurück vom Guerilla-Marketing Kongress

SO letzten Freitag war der schon angekündigte Guerilla Marketing Kongress in Köln an der Europa Fachhochschule Fresenius. Die lokale Presse berichtete und Patrick Breitenbach vom Werbeblogger kommentierte schonmal kritisch.
Zeit für einen Augenzeugenbericht meinerseits.
Die wohl eindeutigste Erkenntnis zum Thema Guerilla Marketing: Irgendwie weiß keiner so genau was das jetzt so genau ist. Einige Redner versuchten sich an Definitionen bzw. Einordnungen wie z.B. Torsten Schulte in seiner Key-Note Ansprache andere wie z.B. David Eicher von den Webguerillas aus München haben gleich mal in guter alter Werbeagentur-Tradition einen neuen Begriff erfunden. In diesem Fall wurde Guerilla Marketing zum Sensation Marketing.

Wobei wir gleich bei der zweiten Erkenntnis wären, auf die sich der Kölner Stadtanzeiger gestürzt hat: Guerilla muss in erster Linie auffallen. Zumindest in diesem Punkt schienen sich (nicht alle aber) viele Redner einig.
Patrick Breitenbach kritisiert dies meiner Meinung nach ganz zurecht. Und auch ich glaube nicht, dass dies der primäre Aufgabe von Guerilla Marketing ist. Auffallen ist meiner Meinung nach die grundsätzliche Aufgabe von Werbekommunikation. Ich zitiere da mal Bill Bernbach: "If your advertising goes unnoticed, everything else is academic".
Und wenn ich das schon tue, dann sollte ich auch etwas zu sagen haben. Möglichst relevant für den Kunden, Konsumenten oder einfach Menschen. Denn wer einfach sinnlos rumbrüllt fällt zwar auf, aber meistens doch negativ. Auch hier nochmal Bill: “You can get attention and really make people resent you if you do it with an unrelated gimmick. They won’t like you for that.”

Übrigens hatte ich das Gefühl, dass auch viele andere Besucher eine klare Definition vermisst haben und dem Punkt der puren Aufmerksamkeitshascherei kritisch gegenüberstanden. Der Fairness halber sei gesagt, dass Torsten Schulte in der Keynote darauf hingewiesen hat, dass es beim diesjährigen Kongress eben nicht um Definitionsarbeit geht. Vielleicht ist dies aber auch ein Thema für den kommenden Kongress.

Neben diesen lang ausgeführten Kritikpunkten gab es aber auch jede Menge interessante Sachen zu hören. Die VM People berichten vom fischer fixing BLOG und machten auf mich persönlich einen sehr strategisch durchdachten Eindruck bei ihren Projekten.
Die Webguerillas beschäftigen sich anscheinend sehr stark mit der Messbarkeit von viralen Kampagnen und leisten somit wertvolle Pionierarbeit.
Und der Fachverband Ambient Media berichtet von den verschiedensten Medien, die allesamt buchbar sind. Ein nicht zu unterschätzendes Argeument, wenn es darum geht Kunden, Mediaplaner oder auch die Kreation mal wieder davon zu überzeugen in anderen Medien und Möglichkeiten zu denken. Jeder Planer sollte sich die Jagdfibel (ok über den Namen kann man jetzt auch wieder streiten) bestellen oder runterladen.

Insgesamt war der Kongress interessant und es hat Spaß gemacht sich mal auszutauschen und anzuhören was alles so möglich ist, wenn man nur will. Ich habe eigentlich aus jedem Vortrag eine neue Anregung oder Idee für meine eigene Guerilla Weltsicht mitnehmen können.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi Tim, ist ein Trackback auf uns möglich, würde ja der Diskussion dienen!

LG
Patrick vom Werbeblogger

Tim hat gesagt…

Schon geschehen.