20 Juli 2006

Noch mehr Fernsehen zum Download



Nachdem Apple nun im letzten Herbst im amerikanischen iTunes Store Hit-Shows wie Lost und Desperate Housewifes zum Download für den iPod angeboten hat, wurde das Angebot nun ausgeweitet. Mittlerweile kann man -sofern man eine amerikanische Kreditkarte hat- über 150 Shows downloaden. Ein eindrucksvoller Beweis welche monumentalen Veränderungen in der Unterhaltungsindustrie bevorstehen.

Ahnen konnte man es schon als Apple schon nach 20 Tagen den eine millionsten Videodownload vermelden konnte. Gegen Ende 2005 waren dann schon 8 Millionen Videos über iTunes verkauft. Und man mag sich garnicht vorstellen wie sich diese Zahlen mit dem vergrößerten Angebot entwickeln werden.

Ich glaube hier wird jedem schnell deutlich wie sich das Fernsehverhalten in den nächsten Jahrzehnten verändern wird. Die vielbeschworene Couchpotatoe stirbt vielleicht nicht aus, aber es werden weniger sein. Auch beim Fernsehen wollen viele Menschen nun bestimmen wo und vor allem wann sie was sehen. Der amerikanische Fernsehsender abc reagierte ja schon auf diesen Trend und bietet seine Top Serien als gesponserte Streamings einen Tag nach der Ausstrahlung im Internet an.

Das hat nicht nur Konsequenzen für das werbefinanzierte Geschäftsmodell der Sender, sondern auch für die Werbeindustrie. Denn anscheinend sind immer mehr Leute bereit für einen werbefreien Download 1,99$ zu zahlen. Natürlich wird es auch in Zukunft noch den klassischen 20-Sekünder geben, aber das Publikum wird mit Fernsehen on Demand sichtlich schrumpfen. Das freut natürlich weder Werbe- noch Mediaagenturen, denn die müssen sich mal wieder auf ihren Hintern setzen und ernsthsaft nachdenken, wie sie ihre Kampagnen unter die Leute bringen.

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