24 August 2006

Wie misst man die Existenz einer Marke im Internet?


Durch das bloggen habe ich angefangen mich immer stärker mit dem sogenannten Consumer generated Content (aka User generated Content oder Consumer generated Content oder auch Media statt Content) zu beschäftigen. Patrick und ich haben im letzten Werbeblogger Podcast das Thema auch angerissen. Ich glaube, dass sich hier völlig neue Herausforderungen für das Marketing ergeben.

In den letzten Jahren und Monaten sind hier in kürzester Zeit Marken entstanden, die es nur gibt, weil sich einzelne Menschen hinsetzen und Inhalte (sprich: Content) selbst generieren. YouTube, Blogger, Squidoo, flickr, etc. würden nicht existieren, wenn sich da nicht Menschen aus irgendeinem Grund die Zeit nehmen würden ihre Texte zu schreiben oder Fotos und Videos hochzuladen.

Ähnliches gilt aber auch generell für Marken. Das kann man relativ einfach mit einem RSS Reader demonstrieren. Wenn man einfach mal für eine x-beliebige Marke einen RSS Newsfeed erstellt (z.B. über Blogpulse), wird man sehr schnell feststellen, dass über einige Marken gesprochen wird und über andere überhaupt nicht. Einige Marken existieren schon im Internet (oder besser der Blogosphäre) andere eben nicht. Im Prinzip gilt die einfache Formel je mehr Content, desto mehr Existenz.

Im Prinzip war es ja schon immer so: Es gab Marken die Relevanz für die Menschen hatten und über die geredet wurde. Positiv wie negativ. Aber zumindest waren sie irgendwie relevant. Und es gab Marken über die niemand gesprochen hat. Der Unterschied ist nur, dass diese Gespräche früher in kleinen Gruppen stattgefunden haben und sich nicht so leicht oder schnell verbreitet haben. In der Blogosphäre/Internet ist das etwas anders. Hier verbreitet sich alles rasend schnell und vor allem in einer großen Gruppe. Spätestens mit der heute aufwachsenden Generation, für die Kreditkartenbezahlung im Internet völlig normal ist, kann Irrelevanz im Internet für eine Marke verheerend sein, denn wer dort nicht existiert wird dann auch nicht mehr gekauft. Daran hat sich allerdings auch bis heute nichts geändert.

Danke an Armin für das Bild.

Kommentare:

Patrick Breitenbach hat gesagt…

Interessant wird auch das Thema Marken Hijacking. Siehe dazu den aktuellen Starbucks-Fall:

http://brandautopsy.typepad.com/brandautopsy/2006/08/businesses_gott.html

Tim hat gesagt…

Ja. Das wird tatsächlich sehr interessant. Viele Markenverantwortliche glauben ja immer noch fest daran, dass ihnen eine Marke gehört und sie deswegen bestimmen können wie sie sich entwickelt. Rechtlich mag das ja stimmen, aber ansonsten sollten wir uns mal damit anfreunden, mit den Kunden und Konsumenten zusammen eine Marke weiterzuentwickeln.

MarcusBrown hat gesagt…

Surely this only highlights what we knew all along. There is no such thing as brand control. It was always a big lie that was used to give us a reason for being.

Consumers have always had an "opinion" on everything being sold. Rumours always surrounded big name brands (what is in Coca-Cola really?). And the histroy of some companies, let's say some big German companies that where around during the second world war, has always been known and discussed.

But now the consumer has there own set of media channels. Instead of "stammtisch" gebabble we have blog-babble. The quality of the voice (babble) can vary, but the reach is huge.

Instead of trying to control the brands, product managers etc should be concentrating on the conversation. They will of cause try to "moderate" it. They simply can't help themselves.

(Ich musste das auf Englisch schreiben. Ich hätte es sonst nicht geschafft).