15 September 2006

Gelesen: Die Weisheit der Vielen


Ich hab ja lange keine Kurzkritiken zu Büchern mehr geschrieben. Aber nachdem die Umzugskisten so allmählich ausgepackt sind und ich meine Bücher wieder einsortiert habe, geht´s jetzt wieder los.
Diesmal James Surowieckis "Die Weisheit der Vielen". Ein schönes Buch über Meinungs- und Lösungsfindung in Teams. Und vor allem warum heterogene Teams viel bessere Lösungen finden als homogene. Was nicht so schön ist, ist die deutsche Übersetzung. Massenhaft Rechtschreibfehler (und ich bin wahrlich kein Rechtschreib-Ass) und teilweise völlig schwachsinnige Übersetzungen. Insbesondere wenn am Beispiel American Football etwas erklärt werden soll. Also wer Englisch lesen kann, sollte sich lieber das Original besorgen.

Hier noch mal ein paar interessante Ideen aus dem Buch:
Für die Weisheit der Masse müssen 4 Grundbedingungen gegeben sein.
1. Meinungsvielfalt
2. Unabhängigkeit in der Meinungsbildung
3. Dezentralisierung
4. Aggregation der Meinungen

Auch mal wieder schöne klassische Beispiele aus der Verhaltenspsychologie: Solomon Asch und seine Experimente in denen er aufzeigte unter welchen Bedingungen Menschen ihre Meinung der der gruppe anpassen, obwohl sie sich bewusst sind, dass diese eigentlich falsch ist. Das klassische Alle sagen der Fleck ist grün, obwohl er offensichtlich rot ist, und man möchte sich nicht gegenüber der Gruppe erklären müssen. Also ist der Fleck eben rot. Sagt man zumindest.
Oder die lustigen: Alle schauen in die Luft, obwohl es da nicts zu sehen gibt Experimente.

Außerdem interessant: Menschen (und kapuzineraffen) wünschen sich ein plausibles Verhältnis zwischen Aufwand und Belohnung. Wenn das nicht gegeben ist, streiken sie beim nächsten mal. Das sollte man sich wirklich mal öfter ins Gedächtnis rufen, wenn man sich mal wieder irgendwelche Gewinnspielpromotions ausdenkt. Das richtige verhältnis könnte die Mitmachquote erheblich steigern.

Ach ja: Wissen ist ein Gut, dass nicht verbraucht wird. Durch Verbreitung gewinnt es sogar an Wert. Unter anderem weil man so z.B. mit einer idee an Einfluss gewinnen kann. Aber das wissen Blogger ja schon auch irgendwie aus eigener Erfahrung glaube ich.
Wobei sich Ideen auch häufig eher aufgrund des sozialen oder organisatorischen Status durchsetzen. Den Führungskräften unterstellen wir eben einfach viel zu selbstverständlich, dass ihre Ideen am besten sind. Denn sonst wären sie ja keine Führungskräfte geworden. Und jeder hat wahrscheinlich schonmal die Erfahrung gemacht, dass das vielleicht nicht immer der Fall ist. manchmal aber schon. Nur wie kann man das jetzt in der Realität verwerten?

1 Kommentar:

Metal hat gesagt…

useful information blog,very good content.