12 November 2006

Arbeitsrhytmus

In der Zeit vom 9. November 2006 ist ein schöner Artikel über die Probleme, die sich durch die ständige Erreichbarkeit via Handy, SMS, email, Blackberry usw. ergeben. Viele Leute haben anscheinend das Problem, dass sie sich durch die ständigen Unterbrechungen nicht mehr auf eine Aufgabe konzentrieren können und so sehr ineffektiv arbeiten. Ich kenne das Problem auch und ich denke oft darüber nach was ich besser machen könnte, denn auch wenn man sich zwingt die emails nicht zu lesen oder das Telefon ausschaltet, bleibt das ungute Gefühl etwas wichtiges zu verpassen. Mittlerweile habe ich mir schon angewöhnt meinen Bildschirm auch mal auszuschalten und die Bürotür zuzumachen, wenn ich mal ein paar Stunden ungestört über ein Projekt nachdenken will. Das klappt nicht immer. Gerade wenn ich nicht weiter komme, tendiere ich dazu mich mit einem kurzen Blick in den email account abzulenken. Wobei Ablenkung in einer solchen Situation ja nicht schlecht ist. Ablenkung mit email allerdings schon, denn so schweift man zu weit ab. Also ich zumindest.
Ich glaube, was mir und wahrscheinlich auch vielen anderen fehlt ist ein besserer Arbeitsrhytmus. Wir sind so sehr daran gewöhnt, dass immer alles sofort und jetzt verfügbar ist, dass wir uns selbst auch versuchen immer und sofort verfügbar zu machen. Flexibilität ist in der heutigen Arbeitswelt sicherlich absolut notwendig, aber eben nicht immer. Oft sitzt man ja auch in spontan zusammengrufenen Meetings, die völlig ineffizient sind, weil sie niemand wirklich vorbereitet hat. Da bespricht man dann mal dieses und jenes, aber meist wenig wichtiges. Im Zeit Artikel wird in diesem Zusammenhang vom Slow email Movement berichtet. Quasi eine Modifikation des Slow Food Movements. Nicht alle ankommenden emails sofort hastig lesen, sondern diese bewusst nur zwei- oder dreimal täglich abrufen und sich bewusst dafür Zeit nehmen. Wenn es wirklich dringend ist, kann man mich ja auch noch per Telefon erreichen oder persönlich im Büro vorbeikommen.

Und manchmal ist begrenzte Erreichbarkeit ja auch ein Zeichen von Wertschätzung. Einen Termin mit jemandem zu vereinbaren impliziert ja auch, dass man etwas wichtiges zu besprechen hat. Sich Zeit nehmen bedeutet auch Wertschätzung.

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