15 Januar 2007

TBWA lässt andere arbeiten

TBWA\London beschäftigt sich jetzt auch mit dem Phänomen des Consumer generated content. Genauer gesagt möchten sie eigentlich die Konsumenten für sich arbeiten lassen. Consumer generated ideas also. Oder auch neuerding Crowd Sourcing genannt.

TBWA hat also eine Internetseite eingerichtet auf der sie eigenen Aussagen zur Folge reale vom Kunden verabschiedete Briefings einstellen. Im Moment findet man dort eins für das Playstation Singstar Spiel und eins für den Nissan Note. Die kann man sich dann durchlesen und wenn man möchte seine Idee vorschlagen. Alle Ideen schaut sich dann der Executive Creative Director Steve Henry an und entscheidet, ob er sie verwenden möchte. Naja, fast alle. Also zumindest es schaffen den im Kleingedruckten unter Punkt 5 erwähnten "Moderator" zu überzeugen. TBWA behält sich nämlich auch vor eingereichte Ideen einfach zu löschen oder sogar nach ihrem Gusto zu verändern. Ach ja und habe ich schon erwähnt, dass man mit der Einreichung TBWA sämtliche Rechte für die weltweite Nutzung überträgt? Nein? steht aber so unter Punkt 8 im Kleingedruckten. Ohne Bezahlung natürlich, obwohl Planning Director Neil Hourston laut diesem Eintrag wieder beschwichtigen möchte und sagt, dass man im Falle der Nutzung einer auf der Seite eingereichten Idee, denjenigen auch entsprechend entlohnen werde. So wie man auch "work experience placements" entlohnt, wenn sie eine gute Idee haben. Wie genau man jetzt Praktikanten für eine gute Idee bei TBWA entlohnt weiß ich nicht, aber viel kann es nicht sein, denn das würde man sicherlich auch mal in unserer kleinen Werbewelt gehört haben. Solche positiven Dinge sprechen sich schnell rum. Oder es hat eben noch nie ein Praktikant bei TBWA eine Idee gehabt. Was ich aber stark bezweifle.

Ich finde es ja durchaus lobenswert, dass TBWA sich wenigstens mit dem thema Consumer generated content auseinandersetzt und versucht damit umzugehen. Was ich nicht gut finde ist, dass dieser versuch den Anschein hat, einfach kostenlos/günstig an gute Ideen ranzukommen. Gerade als Werbeagentur weiß man doch aus schmerzlicher Erfahrung wie schwer es oft ist, den Preis für eine Idee mit dem Kunden auszuhandeln.

Tröstlich ist da nur, dass die beiden Briefings auf der Seite auf den 13. November datiert sind. Ich weiß zwar nicht wieviel emails bei TBWA schon eingegangen sind, aber ich vermute mal, dass es nicht allzuviele waren. Vielleicht kann man daraus ja auch etwas lernen...

via: Welcome to optimism

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