25 April 2007

Gelesen: Scientific Advertising

So abzubummelnde Urlaubstage eignen sich ja hervorragend, um endlich mal die Bücher zu Ende zu lesen, die man immer nur seitenweise abends weitergelsen hat, weil man einfach zu müde war.


Unbedingt lesen sollte übrigens jeder Werber Scientific Advertising bzw. My life in Advertsing von Claude C. Hopkins. Das Buch wurde 1923 (!!!) geschrieben und ist trotzdem nichtmal annähernd überholt. Viele Regeln der Werbung sind einfach zeitlos. Und zwar eben nicht erst seit Bill Bernbach. Ich glaube ich habe selten so viele Post-its in ein Buch geklebt.

Schon damals hat Hopkins darauf hingewiesen wie wichtig es ist, dass man als Werber nicht die Bodenhaftung verliert. Letztendlich passiert das ja nicht plötzlich sondern ist ein schleichender Prozess. Die Annehmlichkeiten der Business Lounges auf Flughäfen sind schon toll. Oder der schwarze firmenwagen, der irgendwann mal vor der Tür steht damit der gestresste Werber nicht mit der überfüllten U-Bahn fahren muss. Je höher man in der Agenturhierarchie aufsteigt, desto größer wird eben auch die Gefahr immer weniger mit den "normalen" Menschen und ihren Sorgen überhaupt konfrontiert zu werden.
Und Ambient Media gab´s übrigens auch schon 1923. Hopkins berichtet davon wie er z.B. die größte Torte der Welt hat backen lassen. Mit Cotosuet, einem Butterersatzstoff. Über 100.000 Menschen haben sich alleine diese Torte angesehen und probiert. Und zusätzlich wurden noch Pferdekutschen mit handgemalten Cotosuet Schildern von einer Stadt zur nächsten geschickt. Es gab ja keine Plakatflächen.
Und ganz wichtig beim Pitch: Es geht nicht darum Werbung zu verkaufen, sondern einen Service für den Kunden zu bieten, der ihm hilft seine Produkte effizienter zu verkaufen. Das vergisst man gerne mal im Namen der Kreativität...

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