05 August 2007

Kunst ist es...

Wenn man eine interessante Geschichte dazu erzählen kann. Das ist zumindest mein persönliches Fazit von der Documenta 12.
Am Samstag stand nämlich mein erster Ausflug mit Phillip und Keuntje an. Eine bessere Gelegenheit meine neuen Kollegen kennenzulernen gibt´s wahrscheinlich nicht.
Also habe ich mich am Samstagmorgen um 6:30 Uhr aus dem Bett gequält. Von Hamburg ging´s dann mit dem ICE und 30 genauso verschlafenen Kollegen nach Kassel.


Kurzzeitig gab´s etwas Verwirrung, wer nun in welcher Gruppe an welcher Tour teilnimmt. Das wurde dann aber (wie anscheinend alles bei Philipp und Keuntje) sehr schnell und pragmatisch gelöst.

Meine Gruppe war für die documenta Halle eingeteilt. Nicht sonderlich groß diese Halle, aber einige interessante Sachen gab´s zu sehen.
Zum Beispiel diese Stoffhunde von Cosima von Bonin, die man allerdings nicht anfassen durfte (die Hunde!).

Die Bilder von Jürgen Stollhans durfte man auch nicht anfassen, weil sie mit Schulkreide gemalt sind. Er hat sich (mal wieder) mit der Kasseler Panzerbau Vergangenheit beschäftigt.


Am besten Gefallen hat mir allerdings die ausgestopfte Giraffe Brownie, die Peter Friedl aus dem israelisch besetzten Westbank nach Kassel geholt hat. Brownie lebte in einem Zoo und hat sich während eines israelischen Raketenangriffs so sehr erschreckt, dass er in Panik wegrannte, sich den Kopf stieß und dann am Boden liegend an einem Schwächeanfall gestorben ist. Seine Lebensgefährtin hat dann (wahrscheinlich aus Kummer) auch noch ihren Babybrownie verloren.

Und weil man in der Documenta Halle nun keine 2 Stunden verbringen kann, sind wir danach noch in den Aue Pavilion gegangen.

Dort gab´s auch noch einige interessante Sachen. Zum Beispiel das Boot von Romuald Hazumoe. Das Boot hat die Form eines typisch afrikanischen Flüchtlingsboots, ist aber aus leeren Benzinkanistern gebaut deren Deckel fehlt. Ein interessantes Bild für den von vornherein oftmals hoffnungslosen versuch vieler Afrikaner nach Europa zu flüchten. Ein Boot, dass so niemals eine Chance hat über Wasser zu bleiben. Und gleichzeitig ein Boot, das mit den einfachsten Mitteln, nämlich den fehlenden Deckeln) seetauglich gemacht werden könnte.

Nach den Führungen konnten wir den Nachmittag selbst entscheiden was wir sehen wollten. Allerdings ist das mit moderner Kunst eben so eine Sache. Wenn man niemanden hat, der einem Hintergrundinformationen zum Kunstwerk liefert oder zumindest einen Ausstellungskatalog hat, dann wirkt das ganze eben ziemlich bescheuert. Ausnahmen sind dann höchstens Kunstwerke, die aufgrund ihrer Machart interessant sind. So wie z.B. dieses Bild aus tausenden von Mangnetpins,

dass mich wiederum an die Fail harder Pinwand von Wieden + Kennedy erinnert hat.

Abends ging es dann wieder zurück. Etwas Hektik kam noch auf, als wir erfuhren, dass die S-Bahn zum Bahnhof aufgrund technischer Störung nicht pünktlich sein würde. Eigentlich wollten wir dann mit dem taxi zum Bahnhof, aber anscheinend war Kassel nicht darauf vorbereitet, dass Besucher am Hauptbahnhof ein Taxi benötigen könnten. Auf jeden Fall gab´s nur eins und der Rest der Truppe musste in einer völlig überfüllten Straßenbahn bangen rechtzeitig am Bahnhof anzukommen. Das hat dann auch gerade noch so geklappt und um halb neun waren wir dann wieder in Hamburg.

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