31 August 2008

Ich in schwarz-weißen Klötzchen

Das hier ist ein sogenannter QR Code (Quick Response Code).


Im Prinzip ist das so eine Art Barcode den man mit einem Fotohandy und entsprechender Software lesen kann. Als ich vor 3 Jahren mal einen Guerilla Marketing Vortrag vorbereitet habe, bin ich das erste Mal auf diese Anwendung aufmerksam geworden. In Ermangelung eines entsprechenden Handys konnte ich mich aber nie so richtig damit auseinandersetzen. Doch mit meinem iPhone funktioniert das jetzt endlich. Bei iTunes gibt's eine kostenlose Software namens Barcode, die aus jedem iPhone auch einen QR Code Scanner macht.

In Japan sollen diese QR Codes ja schon sehr beliebt sein. Sie werden z.B. gerne in Anzeigen verwendet. Codiert sind meistens Links zu einer Website, Telefonnummern, email Adressen oder sonstige Infos die man sonst mühsam abschreiben müsste. Alles sehr praktisch.

Und vor allem eröffnet sich hier ein völlig neues kreatives Spielfeld. Ich denke da nur mal an die sogenannten Alternate Reality Games, die ja schon des öfteren für virale Marketingkampagnen eingesetzt worden sind. Da könnte man doch ähnlich wie beim Geochaching eine Art Schnitzeljagd veranstalten. Virtuell von Website zu Website oder auch in der realen Welt.

Oder man verknüpft den Link im QR Code mit der Realität indem irgendetwas ausgelöst wird, wenn man über den QR Code eine Website besucht. Ich glaube gerade in der Interaktion mit den Websites steckt noch viel Potenzial. Die neue Ikea Kampagne in der u.a. Nils bis September auf den neuen Katalog wartet, um sein fast völlig leeres Zimmer einzurichten, zeigt das deutlich. Man kann quasi mit der Website interagieren indem man Nils anruft (Es funktioniert! Ich hab's probiert. Allerdings ist er leider nicht ans Telefon gegangen), eine email schreibt, ihm Post bzw. eine Postkarte schickt oder mit ihm twittert. Ich habe keine Ahnung wieviele Leute sich ab und an mal ansehen was Nils so macht, aber über 30.000 Gästebucheinträge und knapp 900 Twitter Follower in 10 Tagen sind glaube ich ein ganz guter Indikator dafür, dass die Idee gut ankommt.

Aber vielleicht kann man Nordpol mit einer guten QR Code Idee ja noch den Titanium Löwen in Canes nächstes Jahr streitig machen :)

Kommentare:

Name: stephan fischer hat gesagt…

Hier schon eine sehr praktische Anwendung der QR Codes:

Add to friends (Facebook Application)
http://2d-code.co.uk/facebook-qr-code/

Grüße, stephan

Der Sebel hat gesagt…

Ich stimme dir zu: wieder eine neue Technik, die neue, offene Felder der Kommunikation und für Kampagnen öffnet.

Der schwarz-weiße Code ist allerdings schon wieder überholt worden: Es gibt eine neue Bilderkennungstechnik, die ganze Kampagnen bzw. Plakate erkennen kann: Otello und die Nummer ist die 4242.Schon genutzt bei der BILD um mehr infos zum Covergirl zu bekommen.

Also: Willst du Kommunikation in Outdoor/Guerilla machen, die mit Interaktion funktioniert, ist das sicherlich interessant.

Hab mir die Technik auf der Ströer Aussenwerbe-Road Show zeigen lassen: Hier ist auch wieder ein Bindeglied gefragt: Die Technik muss in die Köpfe der kreativen Kreise (weiteres Feld - nicht nur Artis + Text) gelangen. Wer als erster eine gehaltvolle, gute Kampagne macht, hat gewonnen.

Tim hat gesagt…

@stephan fischer
davon hatte ich auch schon mal am rande gehört. hab's gleich mal ausprobiert mit meinem profil. und siehe da: es funktioniert wirklich. tolle sache und danke für den tipp.

@der sebel
das hab ich auch schon irgendwo mal gesehen. da kann man dann z.B. den den eifelturm fotografieren und mit otello dann die entsprechenden infos aufrufen. ist auch ganz interessant, aber die technik ist wohl auch noch in der erprobungsphase. wenn's dann aber mal funktioniert ist das sicherlich ein geiles neues medium.
das interessante an den qr codes finde ich allerdings, dass die infos verschlüsselt dahinter liegen. wenn man weiß was ein qr code ist (und das wissen wohl nur geeks wie ich) der wird beim anblick eines selbigen, gleich neugierig. und neugierde ist immer ein guter ansatzpunkt. nur die "belohnung" muss halt noch stimmen. nur eine url zur produktseite, könnte doch sehr entäuschend sein. aber ein coupon ist zumindest mal ein anfang.