16 November 2008

Dreifach gefiltert ist besser.

Nachdem Lowe nach 26 Jahren den Stella Artois Etat an Mother abgeben musste, ist nun der erste Spot draussen.
Der 1981 eingeführte Claim und gleichzeitig auch geniale Kampagnenplattform "Reassuringly Expensive" taucht jetzt auch nicht mehr auf. Stattedessen setzt man jetzt auf die dreifache Filtrierung von Stella Artois. Eigentlich eine Produkteigenschaft, die für mich mehr Sinn im Zusammenhang mit "Goldbieren" ergibt, weil da Filtration und "smoother" (sprich nichtssagender) Geschmack irgendwie sinnvoll zusammenhängen könnten. Naja, in England scheint man das anders zu sehen.
Und sehenswert ist auf jeden Fall auch wie Mother die dreifach Filtration umgesetzt hat. Bin halt nur mal gespannt, ob das auch wirklich bei den Kunden "ziehen" wird.

Kommentare:

Michael hat gesagt…

Das ist einer der schwächsten Spots, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Als ich ihn zum ersten Mal im Fernseh sah, mochte ich zwar sofort die gewählte visuelle Ästhetik und das glamouröse Riviera-Flair, war jedoch sehr enttäuscht über die Auflösung am Ende.

1. Stella kommt aus Belgien und hat keinerlei Wurzeln in Frankreich. Frankreich ist zudem kein Land, das für sein Bier bekannt ist. Stella dann auch noch speziell mit Südfrankreich in Verbindung zu setzen, ist mehr als hanebüchen.

2. Den Spot kapiert kein Mensch. Selbst du hast nicht erkannt das hier tatsächlich ein neues, "smootheres" Stella-Bier mit 4% Alkohol beworben wird. Und das der Kerl durch exakt drei Wäscheleinen fällt, also dreimal gefiltert wird, registriert hier in England kein Mensch. Der Spot orientiert sich an Mechaniken aus der Mode- und Duftwerbung und verwendet eine Art stimmungsvolle Bilder-Berieselung, die zwar eine einprägsame Welt eröffnet, aber eben keine kognitive Aufmerksamkeit erzeugt, als dass Zuschauer die kommunizierte Botschaft verarbeiten könnten.

3. Statt über ein neues Produkt informiert zu werden, erlebt der Zuschauer einen Crash mit seinem bisherigen Markenbild. In einem Land, in dem Stella auch oft "Wife Beater" genannt wird, wirkt dieser Spot einfach nur unglaubwürdig und scheitert katastrophal.

ramses101 hat gesagt…

@Michael: Der Wife Beater ist mir auch als erstes in den Sinn gekommen. Wer beim VErbraucher mit so einem "Tag" versehen ist und dann mit Mr. Gigolo antanzt, wirkt nicht nur unglaubwürdig, sondern fast bockig. Flucht nach vorne hat in der Werbung noch nie funktioniert.

Tim hat gesagt…

Hmm, ich kenne den kulturellen Kontext von Stella in UK zu wenig, als dass ich das wirklich beurteilen könnte. Aber wenn das alles stimmt, dann sind das schon ein paar dicke Klopper, die sich Mother da geleistet hat. Bin mal gespannt, ob die Kampagne funktioniert oder ob wir demnächst etwas völlig anderes zu sehen bekommen.