09 November 2008

Ein Grund warum McCafe funktioniert

In Dan Arielys Google Talk bin ich mal wieder über ein Experiment gestolpert, über dass ich in letzter Zeit in verschiedenen Büchern gelesen habe (Das erste mal war es glaube ich in "The Paradox of Choice" von Barry Schwartz): Das Marmeladen-Experiment.
In einem Supermarkt wurde ein Probierstand für Marmelade aufgebaut. An einem Stand konnte man 6 verschiedene Sorten probieren an einem anderen 4-mal soviele, also 24 verschiedene Sorten. Dann zählte man wie viele Leute am Stand anhalten, wieviele verschiedene Sorten sie probieren und wieviele etwas kaufen.
Das überraschende Ergebnis (Klick bringt euch zur Stelle im Video):

Zwar zieht mehr Auswahl auch mehr Leute an, aber es wird wesentlich weniger gekauft. Schwartz erklärt sich das mit dem "Paradox of Choice". Mehr Auswahl erscheint oft wünschenswert, macht aber die Entscheidungsfindung schwieriger. Mit einer Entscheidung für eine Sorte enscteidet man sich automatisch gegen alle restlichen 23.

Ein Gedanke, den wahrscheinlich jeder schon mal gehabt hat als er bei McDonald's vor dem Menüboard gestanden ist und versucht hat sich zu entscheiden. Big Mac oder Royal TS? Zwei Cheesburger Menü oder doch lieber den Aktionsburger? Chicken McNuggets (und wenn welche Größe) oder doch den McChicken?

Was aber soll McDonald's tun, um zu wachsen? Viele würden wahrscheinlich sagen: Mehr Produkte, mehr Auswahl sind gleich mehr Kunden (vielleicht war ja für einige nur nicht das Richtige dabei?). Aber wie das Marmeladen-Experiment zeigt, kann mehr Auswahl am Point of Sale zu weniger Absatz führen. (Im McDonald's Beispiel nehme ich wahrscheinlich erstmal das was ich kenne, denn ich habe ja Hunger. Aber beim nächsten Mal gehe ich vielleicht nicht zu McDonald's sondern zum Dönermann. Das Ergebnis ist also auch weniger Umsatz).

Was aber wenn neue Produkte nicht mit dem Burgern konkurrieren, sondern das Angebot einfach erweitern? Wie zum Beispiel McCafe mit Kaffee, Muffins, Cookies und Cakes. Plötzlich kann mehr Auswahl auch wieder zu mehr Absatz führen, weil Kaffee und Burger in unseren Köpfen keine wirklich konkurrierenden Podukte sind. Im Gegenteil sie ergänzen sich. Und plötzlich können sogar neue Zielgruppen erschlossen werden. Eltern mit ihren Teenagern. Vorher waren Eltern mit ihren Kindern bei McDonald's, aber das hört irgendwann auf. Kinder werden größer und Eltern gehen nicht mehr so gerne zu McDonald's (Cholesterin, Fett, Gewichtsprobleme, usw). Mit McCafe funktioniert das nun aber wieder. Teenager können mit ihren Eltern nach dem shoppen zu McDonald's. Weil auch die Eltern nun wieder etwas auf dem Menüboard finden. Einen Cappuccino bei McCafe und ein Stück Käsekuchen fühlt sich für sie wahrscheinlich wesentlich besser an, als Big Mac, große Pommes und Cola.

Das könnte also zumindest ein weiterer Grund sein, warum McCafe so gut funktioniert.

1 Kommentar:

McCafé Kunde hat gesagt…

In Sachen Strategie macht McDonalds sowieso so schnell niemand was vor. Die wenigsten Änderungen in deren Produktpalette werden ja wieder nach kurzer Zeit gestrichen. Wenn die was einführen dann hat das durchaus Hand und Fuß und verspricht erfolgreich zu werden. So auch diese ganze Café Geschichte. man ärgert Starbucks und co. und profitiert auch noch ordentlich.