25 Januar 2009

Werbung für Werber

Seit einigen Tagen läuft die neue Kampagne für den Skoda Octavia in deutschen Werbeblöcken. Und das ist meins Erachtens mal wieder ein ganz klarer Fall von Werbung für Werber. In einer Gruppendiskussion (neudeutsch: Fokusgruppe) sitzen ein paar Leute, die mal wieder von einem völlig uninspirierendem Diskussionleiter stundenlang mit langweiligen Fragen genervt werden (Ich übertreibe, aber nicht wirklich viel). In diesem fall wird nach möglichen Verbesserungen für den neuen Skoda Octavia gebohrt.

Jetzt mal meine Frage: Wer außer irgendwelcher Marketingmenschen soll denn dieses Setting verstehen? Und vielleicht sogar lustig finden? Mal abgesehen davon, dass ich die Story selbst nicht so ganz raffe. Wer ist denn die Frau? Ist das die Frau von dem Befragten? Und wenn ja, warum ist sie gemeinsam mit ihm in der Diskussion?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Spot weder besonders hohe Aufmerksamkeitswerte erzielen, geschweige denn für besonderes Interesse für den neuen Ocatvia sorgen wird.

Kommentare:

Patrick hat gesagt…

BULLSHIT! :-D

Wenn man "Ich liebe mein Auto" verpacken wollte, dann bitte nicht in der sterilen Bürohengstatmosphäre. Ganz arm und ein Beispiel, dass weder Kunde noch Agentur es geschafft haben über den Meetingraumhorizont hinauszublicken. Sehr schade und traurig für die gesamte Branche.

Und überhaupt widerspricht es dem gegenwärtigen Zeitgeist. Ich glaube die halbe westliche Welt schreit danachm dass sich Autos verändern.

FAIL!

Christian hat gesagt…

Die Werbung kommuniziert, dass Skoda-Fahrer bereits heute sehr zufrieden ist - und an seinem Auto noch weniger auszusetzen hat als an seiner Frau, die neben ihm sitzt.

Ich glaub schon, dass man sie versteht. Nur das Auto sieht man kaum, das finde ich komisch.

@Patrick:
"Und überhaupt widerspricht es dem gegenwärtigen Zeitgeist. Ich glaube die halbe westliche Welt schreit danach, dass sich Autos verändern."

Ob die halbe westliche Welt danach schreit und was sich bei der individuellen Kaufentscheidung abspielt, sind zwei paar Schuh. Ich geb nich 15.000 Euro aus, weil ich die Welt retten will. Und Vernunft - der vermutliche Hauptgrund, einen Skoda zu kaufen - kommuniziert der Spot schon.

Tim hat gesagt…

@Patrick: Interessante Beobachtung, dass sich Autos ja eigentlich verändern sollen und hier tatsächlich Stillstand demonstriert wird. Zumindest wird ja nicht gesagt, was geändert bzw.verbessert wurde. So habe ich das noch garnicht gesehen.

@Christian: Klar kommuniziert der Spot, dass der Mann sehr zufrieden ist mit seinem Auto. Das versteht man sicherlich. Aber das hätte man auch einfacher sagen können. Ich glaube einfach, dass der Kontext in dem diese Botschaft präsentiert wird, falsch gewählt ist. Sie irritiert, lenkt ab oder ist bestenfalls irrelevant für den Verbraucher. Werber und regelmäßige Besucher von Gruppendiskussionen (und da gibt es viele) finden's vielleicht lustig, aber Otto Normal holt das bestimmt nicht durch.