03 Juni 2009

Zukunftsjobs: Social Profile Manager

Letztens habe ich mal wieder einige meiner Profile bei "Social Networks" aktualisiert. Das ist mittlerweile recht zeitaufwendig geworden, weil ich mich bei recht vielen Services registriert habe. Wahrscheinlich bin ich da auch nicht der einzige dem das so geht. Zumindest stoße ich immer häufiger auch auf verwaiste Profile von Freunden und Kollegen, die eigentlich dringend mal eine Aktualisierung benötigen.

Natürlich gibt es mittlerweile ja auch Ansätze die Verwaltung der eigenen Social Network Profile zu vereinfachen. Bei einigen Services kann man sich mittlerweile mit sogenannten Single-Sign-On Services einloggen. Das heißt man muss sich nicht ständig neu registrieren, sondern kann einfach seine Log-In Daten für Facebook, Yahoo oder Google. Das funktioniert zwar mittlerweile für viele der bekannten und größeren Services, meistens aber trotzdem eher innerhalb der verschiedenen Services eines Konzerns. Die Google ID funktioniert für Google Dienste und die Yahoo ID auch für Flickr, die ja mittlerweile zu Yahoo gehören. Aktualisieren muss man aber trotzdem alles selbst.

Einen Überblick über einige seiner Profile (zumindest wieder die größten) kann man sich mit so genannten Meta-Social Networks, die wiederum die Profildaten aus den verschiedenen Social Networks aggregieren (also einfach zusammenführen) und auf einer Seite übersichtlich darstellen. Vielleicht sehen so ja tatsächlich die Social Network Profile der Zukunft aus, wie es sich my ON-ID vorstellt. Aber auch hier muss man sein Profil selbst aktualisieren.

Ich glaube, dass wir bald einen neuen Job erfinden werden. Den Social Profile Manager. Bei Google finde ich unter diesem Stichwort bislang nur Software und Applikationen. Aber ich glaube das wird noch lange dauern bis das wirklich funktioniert. Alleine die Softwareprogrammierung wird wahrscheinlich extrem kompliziert sein. Mal ganz abgesehen davon, dass einem Social Network wie Xing ja nicht daran gelegen sein kann, dass niemand mehr die Seite besucht.

Also brauchen wir einen echten Social Profile Manager aus Fleisch und Blut, der meine Profildaten auf den unterschiedlichen Seiten jeweils aktuell und "aus einem Guss" aufbereitet. Prominente wie Barack Obama haben natürlich ihre PR-Fachleute dafür. Aber für Normalsterbliche könnten ja auch z.B. Personalberater diese Aufgabe übernehmen. Angefangen bei der Analyse über die Optimierung bis hin zur Aktualsierung des Social Network Profils. Und schließlich wissen Personalberater ziemlich genau, welche Daten für Unternehmen interessant sind und was man von sich preisgeben sollte und was eher nicht. Natürlich ist es nicht ganz unproblematisch einem Personalberater Zugang zu den eigenen Social Network Profilen zu gewähren, denn viele nutzen diese Plattformen ja auch für die private Kommunikation. Aber vielleicht gibt es demnächst auch so etwas wie einen eingeschränkte oder seperaten Zugang (ähnlich wie man auf einem Computer verschiedene Nutzerprofile mit unterschiedlichen "Rechten" anlegen kann) für Social Profile Manager, die nur Zugang zu bestimmten Bereichen erlauben und z.B. die private Kommunikation ausblenden/sperren.

Ist das ein Job mit Zukunft oder nur wieder eine meiner merkwürdigen Ideen?

Kommentare:

Pappenträger hat gesagt…

Finde das ist gar keine so verückte Idee, der Social Network Profile Manager. Mir geht's auch auf den Nerv, dass ich ständig irgendwo neue Bilder, neue Kontaktdaten etc. eingeben muss. Denke es müsste sich ein externer Anbieter etablieren, der ähnlich wie PayPal ein gewisses Vertrauen genießt und die individuellen Daten dann in den verschiedensten Formaten an die jeweiligen Social Networks sendet.

Vermute, während wir hier spekulieren, hat Google Labs sowas schon in der Pipeline.

BrothelPianist hat gesagt…

nee, aber doch nicht einem personalberater… dann warte ich lieber auf die "Minds" (AIs) aus den Culture Novels von Ian M. Banks.

Tim hat gesagt…

@Pappenträger Ja, das mit dem Vertrauen ist wahrscheinlich die größte Hürde. Aber gerade deswegen würden sich wahrscheinlich Personalberater am besten dafür eignen.

@BrothelPianist Das mit den Minds ist ja selbst mir etwas unheimlich :)